Gemeindereise nach Rom

Im Februar nach Rom? Was außer Kälte könnte einen dort erwarten? Das haben wir vom 12. – 16.02. mit ca. 66.000 Schritten herausgefunden.

Wir haben uns mit unserem Pfarrer Ulf Schlimper in einer Gruppe von 29 Personen auf den Weg gemacht und sind auf eine Pilgerreise nach Rom gegangen. Dabei war nicht der Weg das Ziel, sondern das Rom der Antike sowie das Rom in der Renaissance und im Barock. Untergebracht waren wir im Hotel Casa Valdese, welches unweit des Vatikans und des historischen Stadtzentrums gelegen ist.

Gleich nach der Ankunft in Rom brachte uns ein Bus zur Kirche San Paolo fuori le Mura (St. Paul vor den Mauern), einer der vier römischen Patriarchalbasiliken. In dieser Kirche wurde das Grab des Apostels Paulus gefunden und auch der Evangelist Lukas soll dort begraben sein. Von außen sah die Kirche mit ihrem sehenswerten Majolika-Kreuzgang schon recht beeindruckend aus, überwältigend wurde es dann aber nach Betreten der Kirche. Wir bekamen von Herrn Schlimper sehr viele Details zu dieser Kirche erzählt. Berühmt ist diese Kirche auch für die Medaillons aller Päpste, wobei das Medaillon des aktuellen Papstes beleuchtet ist. Später machten wir einen Spaziergang zur Engelsburg. Sie und die Engels-Brücke über den Tiber waren schön beleuchtet.

 

Am nächsten Tag hatten wir eine sehr nette und kompetente Führerin, mit der wir das Kolosseum von außen und innen erkundet haben. Wir haben den Triumphbogen von Kaiser Konstantin gesehen und sind von dort ins Forum Romanum gegangen. Was zunächst wie eine Sammlung antiker Überreste aussah wurde uns mit netten Anekdoten gut erklärt.

Nachmittags war dann für die Interessierten Pfarrer Schlimper der Führer, der ebenfalls profundes Wissen über die Stadt Rom zum Besten geben konnte. Wir trafen uns am Vier Ströme Brunnen und gingen dann zum Pantheon, Trevi Brunnen und Spanischer Treppe. Damit haben wir einige der üblichen Touristen Attraktionen gesehen, es gab aber auch immer noch Informationen von Herrn Schlimper und Hinweise, auf was besonders zu achten sei. Und wir sind in einige tlw. unscheinbare Häuser gegangen, die dann große Kirchen mit teilweise originalen Kunstwerken z.B. des Malers Caravaggio waren.

Am Folgetag trafen wir uns wieder mit unserer Führerin am Eingang der vatikanischen Museen. Wir bekamen wieder in netter Art und Weise viel Wissenswertes erzählt und gezeigt. Das Highlight war dann die Besichtigung der sixtinischen Kapelle, die von Michelangelo ausgemalt wurde, sowie die Besichtigung des Petersdoms.

Am dritten Tag haben mitten in der Basilika San Clemente im abgeschlossenen Chorgestühl eine Andacht gehalten und Lieder gesungen. Wir waren im ersten Untergeschoss, wo die Ausgrabungen einer weiteren Kirche zu sehen waren, auf denen die Basilika errichtet war. Schließlich gingen wir noch ein Stockwerk tiefer und sahen dort die Überreste eines Heiligtums des Sonnengottes Mithras.

Dann haben wir die Kirche San Pietro in Vincoli (St. Peter in Ketten) besichtigt. Dort sind vermeintlich Ketten, in denen Petrus in Gefangenschaft geführt wurde, als Reliquien aufbewahrt. Künstlerischer Höhepunkt ist die von Michelangelo erstellte Marmorstatue von Moses, dem laut der Bibel bei seiner zweiten Rückkehr vom Berg Sinai mit den 10 Geboten Lichtstrahlen aus dem Kopf traten. Aufgrund eines Übersetzungsfehlers sind diese in Form von Hörnern hier gut ersichtlich.

Anschließend haben wir die Kirche Santa Maria Maggiore besichtigt, die, wie die erste Kirche unserer Reise nach Rom, auch eine der vier römischen Patriarchalkirchen ist. In dieser großen Kirche bekamen wir am Ende unserer dreistündigen Führung von unserer Führerin wieder viele Informationen. Nachmittags trafen sich Interessierte noch einmal mit Pfarrer Schlimper und haben von ihm die beiden Kirchen der Barockkünstler Bernini und Borromini gezeigt bekommen. Diese beiden Kirchen liegen an einer Straße nah beieinander und wurden auch in der gleichen Zeit geschaffen. Sie sind aber von der Gestaltung recht unterschiedlich. Beide Kirchen sind aufgrund des bereits seinerzeit begrenzt vorhandenen Platzes recht klein. Während die von Bernini mit viel edlen Materialien geschaffene Kirche mit verspielten Details die Kreuzigung von Andreas mit seiner anschließenden Reise in den Himmel darstellt, weist die von Boromini mit konkaven und konvexen Formen gestaltete Kirche erstaunliche geometrische Details auf, die Pfarrer Schlimper uns erläutert hat.

Beide Kirchen boten für uns einen schönen Abschluss der Reise. Natürlich hat auch der Besuch in einer Eisdiele mit Verkostung des berühmten italienischen Eises nicht gefehlt.

Nach unserer Rückkehr hatten wir viele Eindrücke aus Rom im Gepäck, in dem es außer Kälte, die nicht zu verleugnen war, auch Sonne und viele Kirchen, in Summe ca. 400 (!), gab. Wir haben sie nicht alle gesehen, aber doch einige davon. Wir haben auf nette und unterhaltsame Weise von unserer Führerin viele Informationen bekommen. Darüber hinaus war Pfarrer Schlimper jederzeit aussagefähig zu vielen Themen in Rom. Man konnte ihm anmerken, dass diese Gemeindefahrt eine Herzenssache für ihn war.

So wird uns allen die Fahrt sicher lange in guter Erinnerung bleiben.

Michael Ingold